Update Ukraine
Wie verändern Jahre des Krieges das Leben, Schreiben und Denken in der Ukraine? Ukrainische Schriftsteller:innen und Künstler:innen arbeiten zwischen Front, Vertreibung und existenzieller Unsicherheit – und schaffen zugleich ein reiches kulturelles und intellektuelles Leben.
Auf der Buch Wien 26 bringt der Themenschwerpunkt Update Ukraine Stimmen aus Literatur, Kunst, Wissenschaft und Journalismus nach Wien und fragt nach, was sich im Land verändert hat, welche Debatten es heute prägen – und welche Erfahrungen der Ukraine auch für Europa von Bedeutung sind.
Das Programm wird von der in Wien lebenden ukrainischen Schriftstellerin und Essayistin Tanja Maljartschuk kuratiert. Die Gesamtleitung des Projektes liegt bei Oliver Zille, ehemaliger langjähriger Direktor der Leipziger Buchmesse und seit 2025 Beauftragter für internationale Angelegenheiten der Buch Wien.
Das Update Ukraine Programm
Update Ukraine — Update Europa
Wie lebt das Land unter Feuer und was lässt sich von ihm über Gerechtigkeit und das Menschliche lernen? Darauf antworten die Menschenrechtsanwältin Oleksandra Matviichuk (Friedensnobelpreis 2022 für das Center for Civil Liberties) und der Dichter Serhij Zhadan, der an der Front dient.
Mittwoch, 25. November, 18.50 Uhr
Was Namen auslöscht, hält das Gedicht fest
Yevgeniy Breyger und Yaryna Chornohuz über die Möglichkeiten der Poesie, individuelle Kriegserfahrung als Gegenwart und als Erbe zu bewahren.
Donnerstag, 26. November, 12 Uhr
Jahre im Feuer: Die Zerstörung der Ukraine
Andrej Kurkow, der wohl bekannteste Schriftsteller der Ukraine, setzt seine Kriegstagebücher fort und spricht darüber, was es heißt zu schreiben, ohne zu wissen, wie die eigene Geschichte und die des Landes ausgehen.
Donnerstag, 26. November, 16 Uhr
Die unbekannten KlassikerInnen Europas
Die deutschsprachige Reihe „Ukrainische Bibliothek“ stellt zwei neue Bände vor: die futuristische Lyrik Mychajl Semenkos und eine Anthologie ukrainischer Erzählungen des frühen 20. Jahrhunderts, zwei Wiederentdeckungen einer Moderne, die Europa kaum kennt.
Donnerstag, 26. November, 18 Uhr
Die Ärztin und Autorin Iryna Fingerowa erzählt in ihrem Roman „Zugwind“ von einer jungen ukrainischen Hausärztin in Deutschland, deren Leben aus dem Gleichgewicht gerät, als Bomben auf ihre Heimat fallen. Zwischen Praxisalltag, Schuldgefühlen und zerrissener Identität sucht sie Halt, für sich und für ihre ukrainischen Patientinnen und Patienten.
Freitag, 27. November, 10.30 Uhr
Was wir einander zumuten dürfen
Wolodymyr Yermolenko, Philosoph und PEN-Ukraine-Präsident aus Kiew, und Lisz Hirn, Philosophin aus Wien, über Heldentum, Opfer und die Grenzen liberalen Denkens.
Freitag, 27. November, 14 Uhr
Russland, das letzte Imperium? Warum wir die Gefahr erst sehen, wenn es zu spät ist
Yaryna Chornohuz und Franz-Stefan Gady im Gespräch darüber, warum dieser Satz im Westen noch immer als Provokation gilt und was Dekolonisierung für die Ukraine bedeutet, an der Front wie in der Kultur.
Samstag, 28. November, 10 Uhr
Eine Kultur des Trotzdem/A Culture of Despite
Der Philosoph und PEN-Ukraine-Präsident Wolodymyr Yermolenko darüber, wie die Ukraine immer wieder das scheinbar Unmögliche schafft.
The philosopher and President of PEN Ukraine Wolodymyr Yermolenko on how Ukraine achieves the seemingly impossible, time and again.
Samstag, 28. November, 12.30 Uhr
Anna Ivanenko und Myroslaw Lajuk im Gespräch dazu, wie Literatur und Kunst den Krieg dokumentieren und warum das wichtig ist.
Samstag, 28. November, 15 Uhr
Der Oberst und Militäranalyst Markus Reisner, die Sicherheitsexpertin Olesia Ogryzko und der Historiker Yaroslav Hrytsak im Gespräch über die Zukunft europäischer Sicherheit.
Samstag, 28. November, 19 Uhr
Der Schaffner wollte die Kerzen nicht anzünden
Erzählungen der ukrainischen Moderne, deren Autorinnen und Autoren vielfach dem stalinistischen Terror zum Opfer fielen. Für Katja Petrowskaja wurde das Lesen dieser Texte in den ersten Kriegsjahren zur privaten, friedlichen Abwehr gegen die Vernichtung ihres Landes, bis die Literatur aufhörte, Literatur zu sein, und zur Erfahrung dessen wurde, was jetzt wieder geschieht.
Sonntag, 29. November, 12 Uhr
Stand der Botschaft der Ukraine: B15
Am Donnerstag, 26. November, um 17:00 Uhr wird der Stand der Botschaft der Ukraine eröffnet – alle Besucher:innen sind herzlich eingeladen. Es erwarten Sie neue ukrainische Publikationen sowie das in ukrainisch-österreichischer Zusammenarbeit entstandene Kunstprojekt „DESIGN IN WARTIME“.