Arian Leka, Tatiana Tîbuleac
Stumme Karte für die Ertrunkenen/Schlag zu, sagt das Glück
Gespräch
Samstag, 28. November
13.00 — 13.45 Uhr
Donau Lounge
Tickets
„Schlag zu, sagt das Glück“: Dieser zweite nun auf Deutsch vorliegende Roman der vielfach ausgezeichneten Autorin Tatiana Țîbuleac erzählt von einem Migrantenschicksal, wie sie so häufig sind, aber selten so meisterlich erzählt werden.
Mila flieht vor dem postsowjetischen Chaos nach Paris, doch obwohl sie in der Republik Moldau Akademikerin war, ist sie im europäischen Westen höchstens als Reinigungskraft gefragt. Die Flasche wird zu ihrer einzigen Heimat – denn ihre ursprüngliche Heimat gibt es nicht mehr. Ein Roman über weibliche Selbstbehauptung zwischen Ost und West und die harte Realität von Exil und Sehnsucht, dessen lakonisch-poetischer Ton schmerzhafte Wahrheiten einfängt und selbst eine metaphysische Heimat bietet in der Heimatlosigkeit einer Entwurzelung.
„Stumme Karte für die Ertrunkenen“: Seit dem Ende der kommunistischen Diktatur 1990 flohen Zehntausende Albaner vor Elend und Hoffnungslosigkeit über das Meer in ein neues Leben. Viele Tausende ertranken dabei, blieben für immer vermisst. Die Stumme Karte für die Ertrunkenen von Arian Leka ist ein großes Klagelied, das den namenlosen Opfern des Meeres Gestalt und Stimme gibt.
Der Kapitänssohn, Dichter und Literaturwissenschaftler Arian Leka ist eine der prominentesten Stimmen der albanischen Gegenwartsliteratur. Aus Zeitungsmeldungen, Gedichten, Kindheitserinnerungen und Essays komponiert er ein sorgfältig arrangiertes Mosaik voll berührender Sachlichkeit und erschütternder Lakonik, voll Sprachreichtum und historischer Bezüge.
Übersetzung aus dem Rumänischen: Eva Ruth Wemme
Dolmetscher:innen: Aura Okur (Rumänisch), Andrea Grill (Albanisch)
Moderation: Annemarie Türk
In Kooperation mit TRADUKI.
Zurück zur Übersicht