Vincent Paronnaud (Winshluss)

Der Begriff „Graphic Novel“ ärgert ihn. Sprechblasen machen langweilt ihn. Er behauptet auch, dass er Sachen, die er „am liebsten mag“, gleichzeitig „am besten massakriert“. Und es stimmt, dass Winshluss in puncto Massakerspiele in allen Genres und Bereichen herausragend ist, sei es nun bei Comics, Kino, Animation oder Musik…

Nichts oder niemand kommt ungeschoren davon, weder die Figuren (Micky Maus oder Pinocchio zum Beispiel), noch die Codes und Genrebezeichnungen und schon gar nicht die Leser oder Zuseher dieses Massenzerstörungswerkes, bei dem genetische Mutationen, unheilbare Debilität und Wirtschaftskollaps eine vorherrschende Rolle spielen. Es sei hier auf den fast prophetischen Charakter mancher dieser Alben hingewiesen, in denen die Figuren sich seit langem im Hintergrund der Finanzkrise entwickeln, so als ob sie uns zuvorgekommen wären!

Da er in den Grauzonen aller Systeme arbeitet — manche sprechen mit Recht von Genie — findet er sich durch seine Kompromisslosigkeit und Radikalität oft im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit wieder. Der Beweis dafür sind die begeisterten Kritiken und Preise für seine Arbeit (der Jury-Preis beim Festival de Cannes 2007 für Persepolis, den er als Co-Regisseur mit Marjane Satrapi bekommen hat; und der „Fauve d’Or“ beim Internationalen Comic-Festival von Angoulême 2009 für sein Album Pinocchio, das bereits Kultstatus hat). Winshluss wird heute von vielen Comic- Liebhabern und Experten, wie z.B. dem Verleger und Kritiker Vincent Bernière, für seinen scharfen und findigen Pinselstrich für den besten Zeichner seiner Generation gehalten.

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